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Diskussion
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Aktuelles - Diskussionswürdig

DEFAULT : Prozessrisikoanalyse – ist jetzt alles ausrechenbar?
20.08.2018 17:41 (149 x gelesen)

Legal Tec und Legal Analytic haben Konjunktur.



Bereits weitverbreitet sind – speziell bei Bußgeldangelegenheiten oder auch Kündigungsschutzangelegenheiten, die sich in den Grundzügen durch einfache Fragen abklären und einschätzen lassen, elektronische Programme mit dem Vorwand, dass jeder einzelne „seinen Bußgeldbescheid“ oder „seine Kündigung“ durch die Beantwortung weniger Fragen am PC abklären kann. (Dass tatsächlich häufig das Bestreben der Anbieter besteht, dass bei einer der Fragen der Nutzer nicht weiterkommt und dann auf den Button drückt, um die Kanzlei des Anbieters zu beauftragen, soll hier nebensächlich bleiben.)

Legal Tec ist in aller Munde.

Auch wenn beA (das besondere elektronische Anwaltspostfach) abgeschaltet ist und noch nicht funktioniert, ist es eine anerkannte Notwendigkeit, dass auch hinsichtlich unseres Tätigkeitsgebiets, speziell auch bei den Gerichten, das elektronische Zeitalter begonnen hat

und weiter Einzug hält.

Vielleicht stellt sich ja gerade auch die Frage, ob die Arbeit von Juristen, speziell Gerichten und Anwälten, zukünftig entbehrlicher wird, weil sich die Ergebnisse und Rechtsstreitigkeiten jetzt auch elektronisch mit mathematischer Genauigkeit prognostizieren lassen.

Sind die Zeiten mit der Aussage „vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“ vorbei und kann man jetzt das Ergebnis eines Rechtsstreits mathematisch errechnen?

Tatsächlich gibt es entsprechende Forschungen und Bemühungen, die in drei Schritten verlaufen:

  • Im ersten Schritt werden die tatsächlichen und juristischen Probleme eines Sachverhalts mit Ja-Nein-Fragen dargestellt und beantwortet.

  • Im zweiten Schritt wird für jeden dieser „Knotenpunkt“ die Wahrscheinlichkeit bestimmt, ob die Frage im Prozess so oder anders entschieden werden.

  • Im dritten Schritt wird aus den Einzelwahrscheinlichkeiten durch Multiplikation eine Gesamtwahrscheinlichkeit dafür ermittelt, ob eine Partei (ganz oder teilweise) obsiegt oder verliert.

Wichtig ist zu verstehen, dass man mit derartigen Regeln den Ausgang des Rechtsstreits nicht sicher bestimmen oder vorhersagen kann. Es können allenfalls bestimmte Wahrscheinlichkeiten prozentual abgebildet werden.

Anhand des Ergebnisses kann

  • ein Anhaltspunkt für rational begründete Vergleichsverhandlung,
  • eine Abschätzung, ob sich der Kostenaufwand für die Rechtsverfolgung lohnt oder
  • auch die Höhe der Rückstellung für rechtliche Risiken

eingeschätzt werden.

Ist diese Vorgehensweise praxistauglich?

Wir meinen, dass die spezifischen Risiken eines Rechtstreites trotz einer derartigen mathematischen Prozessrisikoanalyse bleiben werden.

Beispiel:

In einem Rechtsstreit hatte lediglich die Klägerseite drei „aus ihrem Lager“ stammende Zeugen benannt. Alle drei sollten vernommen werden. Die Erwartungen auf Klägerseite waren hoch.

Der Richter bestimmte – wahrscheinlich eher zufällig – die Reihenfolge der Vernehmung der Zeugen.

Die erste Zeugin hatte an den zwei Jahre lang zurückliegenden Vorfall kaum eine Erinnerung und hat auch objektiv in mehreren Punkten falsch ausgesagt.

Der zweite Zeuge machte eine blitzsaubere Aussage bis in kleinste Einzelheiten, erinnerte sich supergenau und ließ sich auch durch Nachfragen des Gerichtes und des gegnerischen Anwalts nicht beirren. Der dritte zeuge wurde nicht mehr vernommen. Das Gericht meinte dennoch, dass bei Abwägung beider Aussagen der Zeugen die Klägerseite ihrer Beweislast nicht nachgekommen sei.

Was wäre gewesen, wenn der zweite Zeuge bei der zufälligen Reihenfolge als erster vernommen worden wäre und die Klägerseite auf die Einvernahme der weiteren Zeugen dann verzichtet hätte? Dann hätte sie ihre Beweislast ganz klar erfüllt und den Rechtsstreit wohl gewonnen.

Derartige Zufälligkeiten und damit ein verfälschtes Ergebnis wird man auch durch eine Prozessrisikoanalyse nicht vorausberechnen und abschätzen können.

Meiner Meinung nach das Risiko bleiben.

Mehr als ein fragliches Hilfsmittel kann eine derartige mathematische Prozessrisikoanalyse nicht sein.

Hans-Heinrich Doppler, Rechtsanwalt


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